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Interview mit Arbeitsrechtsexperte Carsten Lienau von Gaidies Heggemann & Partner zum Thema Surfen im Job. Artikel von Dierk Rohwedder aus der Hamburger Morgenpost vom 23.08.2005:

Ein bisschen Surfen am Arbeitsplatz das klingt harmlos, ist es aber nicht. Die Fälle häufen sich, in denen die Arbeitgeber das Fehlverhalten am DienstPC als Anlass zur Kündigung nutzen. Was erlaubt ist und was nicht darüber sprach die MOPO mit dem Arbeitsrechtler Carsten Lienau von Gaidies Heggemann & Partner (Hamburg), die zu den TopKanzleien für Arbeitsrecht gehören sie beraten unter anderem die Betriebsräte der Bahn, von Dow Chemical und TÜV Nord.

MOPO: Darf ich im Job einfach so lossurfen?

Lienau: Nein, das ist nicht zu empfehlen und kann schnell zu einer Abmahnung ühren. Rund ein Drittel der Arbeitgeber hat ohnehin das private Surfen am DienstPC per Arbeitsvertrag untersagt. In Betrieben, in denen das private Surfena usdrücklich untersagt ist, kann das zur Kündigung führen, vor allem wenn es um SexSeiten geht.

MOPO: Sind die Kündigungen wegen missbräuchlichen Surfens, die Sie bearbeiten, Einzelfälle?

Lienau: Nein. Die Zahl der Fälle nimmt deutlich zu. Das bestätigen Kollegen. MancheArbeitgeber nutzen offenbar zunehmend diese Fälle, um ansonsten so gut wie unkündbare Mitarbeiter loszuwerden. Das gilt vor allem für Betriebsräte, aber auch für Mitarbeiter mit langjähriger Betriebszugehörigkeit. Hier schaut man verstärkt nach Unregelmäßigkeiten in Reisekostenabrechnungen und überprüft, ob am DienstPC auf SexSeiten herumgesurft wird. Dies kann zur Kündigung wegen Fehlverhaltens führen. Weil die Abfindung in diesen Fällen niedriger ist oder ganz entfällt, kommt das für den Arbeitgeber billiger.

MOPO: Also: Was muss man auf alle Fälle vermeiden? Können Sie einige Beispiele
nennen?

Lienau: Wer im Dienst kostenpflichtige Pornoseiten anklickt und den Arbeitgeber so über die anfallenden Gebühren finanziell schädigt, riskiert die Kündigung. Das Anklicken pädophiler Inhalte ist ohnehin ein Straftatbestand und kann die fristlose Kündigung zur Folge haben. In solchen Fällen ist übrigens auch der Kündigungsschutz für Betriebsräte obsolet. Es reicht aber auch schon, wenn man einen SexComic
als EMailAnhang einfach nur weiterleitet. Das kann zu einem Imageverlust für die Firma führen und wird zu einem Kündigungsgrund.

MOPO: Wenn man sich also von SexSeiten fern hält, ist dann alles im grünen Bereich?

Lienau: Keineswegs. Schon das exzessive Surfen im Internet und auch das exzessive private Mailen, das die Arbeitgeber mit speziellen Kontrollprogrammen überprüfen können, ist kritisch. Auf der sicheren Seite ist man nur, wenn der Arbeitgeber das Surfen weder per Arbeitsvertrag noch sonstwie verboten hat und es die Kollegen über Monate hinweg ohne Widerspruch auch tun. Dann gilt es als
betriebsübliche Praxis mit allen Einschränkungen, was die sexuellen Inhalte angeht.


Aufreizend gefährlich: Surfen am Arbeitsplatz wird zum Kündigungsgrund
Ressort: /nachrichten/hamburg/politik_wirtschaft
Link zu diesem Artikel in MOPO Online:
http://archiv.mopo.de/archiv/2005/20050823/nachrichten/hamburg/politik_wirtschaft/hmp20050822174
63532.html

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