Welche Fälle sind versichert?

Eine Arbeitnehmerin stürzt auf dem Weg zu ihrem Home-Office auf der häuslichen Treppe. Der Unfallversicherungsträger hatte die Anerkennung eines Arbeitsunfalls abgelehnt, weil auf Treppen zwischen privat und geschäftlich genutzten Räumen kein Versicherungsschutz besteht. Das Bundessozialgericht sah das anders: „Die Verrichtung zur Zeit des Unfallereignisses hat in einem sachlichen Zusammenhang zu der versicherten Tätigkeit gestanden. Es wurde ein versicherter Betriebsweg zurückgelegt. Die Treppe sei mit der „Handlungstendenz“ herabgestiegen worden, Dienstgeschäfte im Home-Office zu erledigen.“ (Bundessozialgericht, 27.11.2018). In einem anderen Fall urteilte das Bundessozialgericht, dass eine Grenzziehung für Betriebswege an der Außentür des Wohnhauses nicht greift, wenn sich die Wohnung und die Arbeitsstätte im selben Haus befinden (Bundessozialgericht, 31.08.2017). Interessant an dem Fall war, dass eine (selbständige) Friseurmeisterin in einem Zwischenflur eine Waschmaschine (für die Handtücher des Friseursalons) nutze und nach Auffassung der Unfallversicherung eine klare Abgrenzung zwischen privater und beruflicher Nutzung nicht möglich war. Dem folgte das Bundessozialgericht nicht: „Typischerweise ist ein Home-Office mit weiten Teilen des Privatlebens verwoben“, so das Bundessozialgericht (27.11.2018, B 2 U 8/17 R).